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Geschichte und Einsatz von Rollgerüsten im Baugewerbe

Geschichte der Rollgerüste

Das Prinzip des Gerüsts reicht Jahrtausende zurück. Schon Ägypter, Griechen und Römer nutzten temporäre Konstruktionen, um ihre monumentalen Bauwerke zu errichten. Das Rollgerüst, wie wir es heute kennen, ist dagegen eine vergleichsweise moderne Entwicklung, die im 20. Jahrhundert zusammen mit Fortschritten in Metallverarbeitung und Fertigung aufkam. Wer es genau erfunden hat, lässt sich wegen der schrittweisen Entwicklung der Technik kaum bestimmen. Klar ist aber, dass der Einsatz leichter Metalle wie Aluminium im Gerüstbau einen wichtigen Wendepunkt markierte.

Warum sie sich durchgesetzt haben

Rollgerüste haben sich aus mehreren Gründen durchgesetzt:

  • Beweglichkeit: Mit Rollen ausgestattet lassen sie sich ohne Abbau von einem Ort zum anderen bewegen, was sie für Arbeiten in wechselnden Höhen und Positionen geeignet macht.
  • Anpassbarkeit: Sie lassen sich auf unterschiedliche Höhen und Aufbauten einstellen und decken damit ein breites Feld von Aufgaben und Umgebungen ab.
  • Effizienz: Rollgerüste verkürzen die Zeit und den Aufwand für Auf- und Abbau gegenüber ortsfesten Gerüstsystemen.
  • Erreichbarkeit: Sie erschließen schwer zugängliche Bereiche sicher und bequem.

Vorteile

  • Einfache Handhabung: Die Bauweise erlaubt raschen Auf- und Abbau.
  • Sicherheitsausstattung: Moderne Rollgerüste haben Geländer, Bordbretter und Ausleger, die Abstürze verhindern und die Standsicherheit sichern.
  • Wirtschaftlichkeit: Für kurze Einsätze sind sie eine günstige Lösung, weil Rüstzeit und Lohnkosten sinken.

Nachteile

  • Begrenzte Höhe: Für sehr große Höhen sind Rollgerüste im Vergleich zum ortsfesten Gerüst in der Regel nicht geeignet.
  • Anforderungen an den Untergrund: Sie brauchen eine verhältnismäßig ebene und tragfähige Fläche, was den Einsatz auf unebenem Gelände einschränkt.
  • Traglastgrenzen: Sie haben Gewichtsgrenzen, die die Zahl der Personen oder die Menge an Material begrenzen können.
  • Körperliche Belastung: Das Auf- und Absteigen und das Umsetzen der Plattform machen das Arbeiten mit Rollgerüsten auf Deckenhöhe ermüdend und unfallträchtig.

Risiken und Fragen der Arbeitssicherheit

  • Überlastung: Wird die Traglast überschritten, kann die Konstruktion versagen.
  • Bewegen auf unebenem Untergrund: Das Verfahren auf unebenem Boden kann zum Kippen oder Einsturz führen.
  • Absturz: Fehlende Geländer oder ungenutzte persönliche Absturzsicherung führen zu Abstürzen.
  • Anstoßen: Wird das Gerüst ohne ausreichenden Freiraum bewegt, kann es Personen oder Bauteile treffen.

Wie sich die Risiken beherrschen lassen

Um diese Risiken zu verringern, sind mehrere Maßnahmen nötig:

  • Einweisung: Beschäftigte sollten in Aufbau, Nutzung und Bewegen von Rollgerüsten unterwiesen sein.
  • Prüfung: Gerüste sollten vor der Nutzung auf einwandfreien Zustand und richtigen Aufbau geprüft werden.
  • Einhaltung der Vorschriften: Die Einhaltung der einschlägigen Arbeitsschutzvorschriften ist entscheidend.
  • Persönliche Schutzausrüstung: Beschäftigte sollten bei Bedarf Schutzausrüstung wie Helm und Auffanggurt tragen.

Rollgerüste stehen für die Innovationskraft im Bauwesen und verbinden Anpassbarkeit, Effizienz und Sicherheit. Mit ihrem Nutzen kommt aber die Pflicht zu konsequenter Arbeitssicherheit, um die eigenen Risiken zu beherrschen. Während sich das Bauwesen weiterentwickelt, werden es auch die Techniken und Verfahren rund um Rollgerüste tun und ihren Nutzen und ihre Sicherheit weiter verbessern.

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